clp, a commercia "Zum Kotzen"
„Das ist ja zum Kotzen. Sie musste viel runterschlucken. Das muss ich erst einmal verdauen. Das schlägt mir auf den Magen. Ein voller Bauch studiert nicht gern. Da muss man sich durchbeißen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Ich hab es satt.“
Viele weitere Sprüche beschäftigen sich mit dem Essen, geben Ratschläge zur gesunden Ernährung oder weisen auf deren Bedeutung hin. Doch manchmal wird der natürliche Kreislauf von Essen und Verdauen gestört.
Bulimie, oder Ess- Brechsucht, ist nach wie vor ein Tabuthema in einer Gesellschaft, die diese Suchterkrankung zu einem großen Teil mit verursacht.
Eine Essstörung der Gegensätze, der Extreme, in der es viel ums Verstecken geht, um Scham, um Hilflosigkeit. Genau diese Tatsachen behandelt das neue Theaterstück von Sigrid Tschiedl, "Zum Kotzen".
Das Romanmanuskript wurde bereits vom Verlagshaus der Ärzte unter Vertrag genommen, die Premiere des Stücks wird Mai 2008 im Wiener Schuberttheater über die Bühne gehen, und im Herbst wird eine Tour durch die Schulen Österreichs gestartet.
Wie wird man beliebt, erfolgreich, etwas Besonderes?
Was ist eigentlich normal? Wie geht man mit Problemen um? Wohin mit den Gefühlen?
Wie schützt man sich davor verletzt zu werden?
Am Wichtigsten ist es erst einmal schlank zu sein, damit man beachtet wird, und das, was man sagt mehr „Gewicht“ hat. Aber mit den Diäten und der strengen Selbstdisziplin will es nicht immer klappen. Doch dann findet die 16-jährige Lilly eine Möglichkeit sich zu „erleichtern“ –
Man kann Probleme nicht mit Essen lösen, aber vielleicht mit Kotzen? - die perfekte Lösung zur Selbstkontrolle, ein Ventil, mit dessen Hilfe man Druck und Aggressionen abbauen kann –scheinbar. Doch bald erkennt Lilly, dass man mit dem Kotzen nicht mehr so einfach aufhören kann….
Besonders in einer Lebensphase, in der man versucht herauszufinden was „normal“ ist, wer man selbst überhaupt ist, werden Jugendliche häufig mit ihren Gedanken, Ängsten und Unsicherheiten allein gelassen und entwickeln ihre eigenen Strukturen, die ihnen Halt und das Gefühl von Kontrolle geben. Genau hier setzt dieses Stück an: die gelungene Mischung aus jugendlicher Sprache, dem bedingungslosen Aussprechen tabuisierter Vorgänge und dem eindringlichen Erzählstrang soll dazu führen,
dass Jugendliche mit ihren Problemen und Sorgen ernst genommen werden, um letztlich auch Lösungswege aufzuzeigen.